Was ist ein Liquidationslevel-Chart (Liquidation Levels)?
Futures werden mit Hebel (Leverage) gehandelt. Läuft der Kurs weit genug gegen eine Position, schließt die Börse sie zwangsweise: Das ist die Liquidation (kurz Liq), auch Zwangsschließung genannt. Der Kurs, der sie auslöst, ist der Liquidationspreis (Liquidation Price), und wo die Liquidationspreise vieler Positionen dicht beieinander liegen, entstehen Liquidationslevel (Liquidation Levels), die Liquidationszonen, von denen Trader sprechen.
Der Chart erfasst diese Kurse Kerze für Kerze. Eine Gruppe von Positionen, die in einer bestimmten Kerze eröffnet wurde, zeichnet ab dieser Kerze eine horizontale Linie, die nach rechts läuft, bis der Kurs sie berührt. Linien über dem Kurs sind Short-Liquidationen, Linien darunter Long-Liquidationen, und je heller die Linie, desto mehr Positionen werden dort nach Schätzung liquidiert.
Trader beobachten ihn, weil Liquidationen als Market-Orders, auch Bestens-Orders genannt, ins Orderbuch gehen. Läuft der Kurs in einen dichten Cluster, beschleunigen die Liquidationen die Bewegung, und ein Stop-Loss (kurz Stop) am Rand des Clusters wird oft zum schlechtesten Kurs gefüllt. Die Level sind aus dem Open Interest (OI, auch offene Kontrakte) und gängigen Hebelstufen geschätzt; es sind keine echten Orders im Buch.
Ein Beispiel: BTC steht bei 82.500, und die Linien zwischen 80.300 und 80.600 darunter sind dicht und hell. Der Kurs sticht mit einem Docht (Wick, auch Lunte) bis 80.250 nach unten, diese Longs werden liquidiert und per Market-Order verkauft, und der Abverkauf beschleunigt sich deutlich. Sobald sich der Kurs vom Docht erholt hat, enden all diese Linien an seiner Spitze, weil diese Liquidationen bereits gelaufen sind.

